Malte Tobias Kähler Kontakt
Malte Tobias Kähler bei einem Vortrag über Zukunftsbilder vor einer Projektion mit Alvin Tofflers „Future Shock“

Strategic Foresight

Decentralized Futures

Strategische Vorausschau befasst sich systematisch mit möglichen Zukünften, um Strategie und Umfeld besser in Einklang zu bringen. Ihre Bedeutung hat in den letzten Jahren in Managementtheorie und -praxis deutlich zugenommen.

Zugleich sehe ich, dass auch unsere Disziplin nicht frei von Verzerrungen ist. Zukunftsbilder werden oft zentral vorgegeben: von Regierungen, großen Institutionen oder Konzernen. Dominante oder geschäftspolitisch naheliegende Narrative werden dabei manchmal übernommen, ohne dass man sie ausreichend hinterfragt. Gute strategische Vorausschau braucht aber unterschiedliche Perspektiven. Sie bricht bewusst mit dem Status quo und ist manchmal auch provokant.

Für mich ist das eine Frage methodischer Sorgfalt. Zukunft entsteht nicht am Reißbrett einer zentralen Instanz, sondern aus vielen dezentralen Entscheidungen, aus Selbstorganisation und freiwilliger Kooperation. Dafür steht Decentralized Futures: ein Ort für Perspektiven und Fragen, die in der gegenwärtigen Debatte oft zu kurz kommen.

PRESENT FUTURES Zu den Inhalten
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Strategic Foresight

Was ist strategische Vorausschau?

Viele Strategien schreiben die Vergangenheit fort.

Sie gehen davon aus, dass sich Märkte, Technologien und Gesellschaften ungefähr so weiterentwickeln wie bisher. In einem unsicheren Umfeld ist das riskant. Strategische Vorausschau, im Englischen Strategic Foresight, fragt deshalb, welche unterschiedlichen Zukünfte aus heutigen Signalen, Trends, Treibern und Unsicherheiten entstehen können und was das für Entscheidungen heute bedeutet.

Malte Tobias Kähler auf dem 19. Deutschen Innovationsgipfel, im Hintergrund eine Folie „Forecast vs Foresight“
19. Deutscher Innovationsgipfel 2026

Vorausschau statt Prognose

Eine Prognose leitet aus historischen Daten eine erwartete Zukunft ab, und die Planung folgt diesem einen Pfad. Gerade im Zeitalter der KI ist die Versuchung groß, wieder auf solche Prognosen zu vertrauen: Mehr Daten und leistungsfähigere Modelle erwecken den Eindruck, Zukunft ließe sich immer genauer berechnen. Für Daten aus der Vergangenheit mag das gelten. Brüche, neue Akteure und veränderte Spielregeln erfassen solche Modelle dagegen kaum. Vorausschau arbeitet deshalb mit mehreren möglichen Zukünften. Unsicherheit ist dabei Teil der Analyse und wird nicht herausgerechnet.

Schwache Signale

Größere Veränderungen zeigen sich oft früh in Ansätzen: in neuen Technologien, in Nischenmärkten, in verschobenen Debatten oder in verändertem Verhalten. Igor Ansoff hat dafür in den 1970er-Jahren den Begriff der schwachen Signale geprägt. Gemeint sind frühe, unvollständige Hinweise auf Veränderungen, die in der klassischen Planung meist untergehen. Wer solche Signale systematisch sammelt und deutet, gewinnt Zeit. Dazu gehören Horizon Scanning, Gespräche mit Expertinnen und Experten und der Blick über die eigene Branche hinaus.

Szenarien

Die Szenariotechnik verdichtet Trends und Unsicherheiten zu mehreren in sich stimmigen Bildern der Zukunft. Geprägt hat sie vor allem Pierre Wack mit seiner Arbeit bei Shell. Szenarien beschreiben unterschiedliche Spielfelder, auf denen sich eine Organisation bewegen könnte. Sie sind Denk- und Diskussionsräume, in denen sich prüfen lässt:

  • unter welchen Bedingungen eine Strategie trägt,
  • welche Annahmen ihre Gültigkeit verlieren,
  • wo sich Chancen öffnen und wo Risiken früh sichtbar werden,
  • welche Handlungsoptionen in mehreren Zukünften Bestand haben.

Annahmen sichtbar machen

Den größten Nutzen sehe ich darin, dass Vorausschau die oft unausgesprochenen Annahmen über die Zukunft offenlegt, auf denen eine Strategie beruht. Dazu gehören auch kognitive Verzerrungen und blinde Flecken. In meinen Workshops arbeite ich deshalb mit einem Annahmen-Audit, mit Trend-Signalen, Szenarien und Future Headlines. Je mehr Perspektiven dabei zu Wort kommen, desto belastbarer wird das Ergebnis.

Strategische Vorausschau erweitert so den Entscheidungsraum einer Organisation. Sie hilft, Unsicherheit in Strategien zu übersetzen, die robust und anpassungsfähig sind.

Quellen:

  • Ansoff, H. I. (1975): „Managing Strategic Surprise by Response to Weak Signals“. California Management Review, 18(2), S. 21–33.
  • Wack, P. (1985): „Scenarios: Uncharted Waters Ahead“. Harvard Business Review, 63(5), S. 73–89.
  • Schwartz, P. (1991): The Art of the Long View: Planning for the Future in an Uncertain World. New York: Doubleday.
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Themen

Themen

Ich unterstütze Organisationen dabei, Zukunft aus mehreren Perspektiven zu denken, Annahmen offen zu prüfen und daraus Entscheidungen für heute abzuleiten.

Malte Tobias Kähler präsentiert vor Publikum zum Thema „Globale Unsicherheiten navigieren und innovativ bleiben“

Formate

  • 01

    Keynote / Challenger-Vortrag

    In einem 30- bis 60-minütigen Vortrag stelle ich gewohnte Annahmen auf den Prüfstand und öffne den Blick für neue Entwicklungen. Das Format eignet sich für Konferenzen, Führungskräftetreffen und Kick-offs, bei denen frische Perspektiven Platz haben sollen.

  • 02

    Workshop / Intervention

    Das Format dauert zwei Stunden bis einen Tag. Es kann eine kurze Intervention in einem laufenden Prozess sein oder ein ganzer Tag, an dem Ihr Team selbst an Zukünften arbeitet. Wir arbeiten dafür mit Szenarien, einem Annahmen-Audit, Trend-Signalen und Future Headlines. Ihr Team nimmt konkrete Ergebnisse für die weitere Arbeit mit.

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Themenschwerpunkte

  • 01

    Strategic Foresight

    Welche Zukünfte sind möglich, und was bedeuten sie für Ihre Strategie heute? Wir prüfen Ihre Annahmen, entwickeln Szenarien und machen blinde Flecken sichtbar.

  • 02

    Artificial Intelligence

    KI verändert Märkte, Organisationen und den Umgang mit Wissen in rasantem Tempo. Die Zeit zwischen schwachen Signalen und einer veränderten Realität schrumpft. Die KI-Transformation ist daher von hoher Unsicherheit geprägt und ein natürliches Feld für strategische Vorausschau.

  • 03

    Innovation Strategy

    Welche Implikationen lassen sich aus einem Future-Back-Ansatz für Ihre Innovationsstrategie ableiten? Wir denken von möglichen Zukünften aus zurück ins Heute.

  • 04

    Change & Transformation

    Ein Zukunftsbild entfaltet seine Wirkung, wenn die Organisation es mitträgt. Ich begleite den Wandel mit einem klaren Zielbild, mit den Menschen, die ihn umsetzen, und mit neuen Spielräumen.

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Kontakt

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